Valencia – Stadt, Strand, Sonne und “mehr”

Bis dato dachte ich Spanien bestehe ausschliesslich aus Inseln. Mehrere Reisen nach Fuerteventura, Lanzarote, Mallorca und Ibiza sind dafürmassgeblich verantwortlich. Alle Reisen wunderschön und teils typisch spanisch, teils eher deutsch. Es gab überall Paella ausser auf Mallorca, dort bekamen wir Currywurst mit Pommes, was aber auch super lecker war!

Nun habe ich kürzlich erfahren, dass es noch ein anderes Spanien gibt, an Frankreich angeschlossen und mit nem Zipfel Portugal dran. Hier soll es drei wunderbare Städte geben, Madrid, Barcelona und die drittgrösste Stadt Valencia. Man sagt Valencia sei wie Barcelona, ohne die niemals fertigwerdende Kirche, dafür mit Strand. Na dann mal los, Strand tönt super!

Die Koffer sind schnell gepackt. Viel Zeit haben wir nicht, denn die Aktion ist relativ spontan. Die Anbindung Zürich (ZRH) – Valencia (VLC) ist tiptop, kurzfristig verfügbar und nicht allzu teuer. Wer muss bei dem Flughafen VLC auch direkt an den Video Player denken? 🙂 (Freaks…)

Mit dem ICE der deutschen Bahn geht es also von Chur nach Zürich und wir kommen tatsächlich pünktlich an. So starten wir gemütlich am Nachmittag Richtung spanisches Festland.

Wir wohnen hier in Valencia in einem spanischen Viertel, etwas nördlich vom historischen Zentrum; ein ca. 25-minütiger Spaziergang verbindet uns mit dem Zentrum. Tiptop, somit wohnen wir zentral, denn Valencia ist gar nicht mal so klein. 800’000 Einwohner sorgen dafür, dass man ein tolles Stadtfeeling bekommt. 2 Mio. Einwohner gibt es im gesamten Stadt- und Vorstadtgebiet. Aber genug der Fakten…wir fühlen uns hier in der Gegend pudelwohl. Es gibt keine Touristen, keine Hotels, dafür einen grünen Park und eine Metrohaltestelle der Linie 4. Die Metro bringt uns nonstop zum Strand und wieder zurück. Achja, hier gibt es weiterhin noch super viele kleine Supermärkte, von denen immer einer geöffnet ist. Echt praktisch!

Die Einheimischen

Angefangen hat der Spass am Flughafen. Wir wollten mit dem Taxi zur Wohnung. Ansich eine Sache von ca. 20 Minuten. Jedoch nicht, wenn man Kindersitze benötigt 🙂 Ooops…

Nach zwei Telefonaten mit Taxiunternehmen, die nur spanisch sprachen, fanden wir dann einen netten Taximenschen, der für uns nochmal beim Taxiunternehmen angerufen hat und uns netterweise ein Taxi inkl. zwei Kindersitze bestellt hat. Gracias!

Die Strasse, in die wir mussten war gänzlich unbekannt, aber dank Navi auch für den Taxifahrer zu finden. So waren wir happy, als wir dann “irgendwann” an der Wohnung ankamen. Alle Leute sind generell super nett und freundlich. Man fühlt sich sofort wohl und jeder ist total hilfsbereit und auch kinderfreundlich. Da Valencia eine Studentenstadt ist und natürlich auch von Touristen heimgesucht wird, spricht man im Zentrum überall recht gut englisch. Nicht aber dort, wo wir wohnen. Die netten Nachbarn, von denen wir ca. 30 an der Zahl haben, sprechen uns alle freundlich an, erzählen uns “wahrscheinlich” total nette Sachen und bekommen von uns dann nur ein “No entiendo” zurück, verbunden mit einem Keine-Ahnung-Lächeln 🙂 Die Leute reden dann im Allgemeinen noch paar Sätze weiter und verabschieden sich freundlich mit einem “Adéu”. Wie gesagt, alle super nett hier. Ich habe sogar am ersten Abend noch einen Supermarkt gefunden, der geöffnet hatte und wo ich das Nötigste einkaufen konnte. Nach zwei Stunden war ich dann auch schon wieder zurück, die Kinder hungrig eingeschlafen und die Eltern ausgehungert. So ist das eben, wenn man keine Ahnung hat =)

Valencia Sightseeing

Wie oben geschrieben, wohnen wir ca. 25 Minuten vom historischen Zentrum entfernt. Am ersten Tag sind wir also gleich mal hingelaufen, haben für den Hinweg eine gute Stunde gebraucht und zurück dann den direkten Weg gefunden, YES 🙂 Aber dafür sind wir eine tolle Strecke durch den sogenannten “Grünen Gürtel” gelaufen. Das ist ein riesen Park, der die Stadt umgibt. Acht Kilometer lang und 200m breit, führt der Park direkt durch die Stadt. Er ist aus einem ehemaligen Flussbett des Flusses Turia entstanden. Dieser wurde in den 60er Jahren nach einer heftigen Überschwemmung umgeleitet und nach jahrzentelangen Diskussionen hat man sich entschlossen, statt einer Autobahn eben diesen wunderschönen Park zu bauen bzw. pflanzen. Hier gibt es viele Sportanlagen, Spielplätze einer nach dem anderen und wunderbare Schattenplätze zum Entspannen. Der Park liegt quasi eine Etage unter der Stadt, im Flussbett wie gesagt. Daher führen viele Brücken direkt darüber und bieten eine tolle Aussicht.

Was macht man am ersten Tag in einer fremden Stadt? Man sucht sich einen Hopp-On-Hopp-Off Bus und lässt sich herumkutschieren. Hier gibt es direkt vom Zentrum aus zwei Busse, die man nehmen kann. Eine Route A (in den Norden) und eine Route B (in den Süden). Wir kaufen ein Ticket für beide Routen und fahren am ersten Tag in den Hafen. Da der Küstenabschnitt von Valencia sehr sumpfig und immer wieder überschwemmt war, haben sich die Römer damals ein Stückchen entfernt vom Strand angesiedelt. Die Stadt hat sich seitdem ins Landesinnere weiterentwickelt und vergrössert. So kommt es, dass wir mit dem Sightseeingbus fast 45 Minuten brauchen, bis wir am Hafen sind. Fotostopps mitgerechnet. Dafür sehen wir aber alle Hotspots, die ich euch noch in einem weiteren Beitrag beschreiben werde.

Auch Route A ist sehr interessant, die wir am Tag drauf machen. Sie führt u.a. ins Bankenviertel und zum Bioparc, einem afrikanischen Zoo, den wir ein paar Tage später besuchen (siehe unten). Zunächst erkunden wir das historische Zentrum, allerdings weniger die Hotspots, sondern vielmehr die unzähligen kleinen und pittoresken Gässschen. Wir finden einen kleinen Laden in dem wir Churros essen, ein iberianisches Gebäck, das man in Schoggisauce taucht. Super lecker und passt für jede Diät 😉

Beim Frühstück am nächsten Tag gehen wir in einen Laden, der Café y Tapas heisst. Wir bestellen uns Tapas und ein spanisches Omelett, da wir alle super Lust auf Omelett haben. Eier habe ich am ersten Abend nicht kaufen können. Kennt ihr das, wenn ihr sowas bestellt und es kaum erwarten könnt, bis es dann da ist? Kennt ihr das auch, wenn dann ein Kartoffelkuchen mit Zwiebeln kommt, mit einem Brot mit Schinken drauf? WHAT? Haha, lecker war es trotzdem und wir sind alle mehr als satt und zufrieden geworden. Andere Länder, andere Sitten.

Mandarinen- und Zitronenbäume

In der ganzen Stadt gibt es wunderschöne Mandarinen- und Zitronenbäume. Leider sind die Früchte schon überreif, aber es sieht toll aus. Inspiriert davon gibt es zuhause mehrheitlich Obst, das hier so schön süss und frisch schmeckt. Eben direkt vom Baum. Sogar die Avocados aus Peru schmecken hier besser. *g*

Wir versuchen dennoch über eine Räuberleiter uns die ein oder anderen Mandarinen vom Baum zu klauen. Das gelingt uns zwar, jedoch sind die Früchte wirklich überreif. Schade. Müssen wir zu einer anderen Zeit eben wiederkommen.

Die nächsten Nachmittage verbringen wir am Strand. Dieser ist megagross und wir haben uns extra eine Strandmuschel besorgt, damit die Kids nicht den ganzen Tag in der Sonne sitzen. Décathlon sei Dank 🙂 Zu essen gibt es wieder Früchte, yum yum, davon kann man nicht genug bekommen hier.

Auto mieten und IKEA Shopping

Da uns noch ein paar Sachen fehlen, geht es Montags ins IKEA. Aber dafür muss natürlich ein Auto her. Also mache ich mich Sonntags mal auf den Weg zum Flughafen, mit dem Ziel ein Auto abzuholen, das ich günstig gemietet habe. 11 EUR am Tag, plus 18 EUR am Tag für die Kindersitze LOL dennoch preislich absolut in Ordnung.

Ich werde mit einem Shuttlebus zum Autoverleih gebracht und muss dort feststellen, dass ich ohne meinen Ausweis kein Auto bekomme. Uhhhh….trotz der Eingabe der Ausweisdaten im Internet. Wie auch immer…der Shuttlebus fährt ja auch wieder zurück zum Flughafen. Also erstmal heim, mit der Metro, ohne Auto. Ziel verfehlt…holen wir das Auto eben auf dem Weg zu IKEA ab 🙂

Montags dann wieder zum Flughafen, klappt es bei einem anderen Anbieter einwandfrei. Ein Shuttlebus bringt unsere komplette Family zum Autoverleih und wir starten zufrieden in Richtung IKEA.

Dort essen wir erstmal ein leckeres schwedisches Mittagessen und die Grosse kann in der Spielecke ausgiebig spielen. Ich weiss nicht, ob es in Deutschland im IKEA ebenfalls eine Lounge zum Arbeiten gibt, aber hier in Valencia ist das so und das ist super praktisch. Man hat nicht nur schnelles WiFi, sondern sitzt total gemütlich mit super Aussicht in einem bequemen “Chef”-Sessel und kann seine Arbeit erledigen. Total cool und die Mädels konnten in Ruhe shoppen 🙂

Dénia

Dienstags sind wir nach Dénia gefahren, einer wunderschönen kleinen Stadt etwas südlich von Valencia. Die Stadt liegt an der Costa Blanca und ist anders als Valencia, direkt am Wasser gebaut. Auch hier gibt es tolle kleine Gässschen und schöne Geschäfte. Wir verbringen unseren Hochzeitstag dort, essen spanisches Teriyaki Chicken am Hafen und besichtigen die Burgruine. Die Aussicht ist grandios von dort oben. Man blickt direkt auf die Stadt und auf den Hafen. Dort kommt gerade eine Fähre an von den Balearen. Von hier aus sind es 6.5 Stunden bis Ibiza. Coooool!

Auf dem Rückweg von der Burg finden wir eine italienische Gelateria und geniessen noch ein leckeres Glacé. Danach geht es noch zum Shopping in der Stadt und in ein nahegelegenes RIESIGES Einkaufszentrum. So gross, dass wir total die Zeit vergessen und nur durch das Quengeln der Kids daran erinnert wurden, dass es schon 22 Uhr ist LOL Zeit, um zurück nach Valencia zu fahren, wo wir auch pünktlich um Mitternacht ankamen. Was für ein schöner und aufregender Tag!

Colón – Valencias Bahnhofstrasse

Gründonnerstag sind wir mit der Metro nach Colón gefahren, quasi der Einkaufsstrasse. Hier findet man die grossen, coolen Läden wie Pull & Bear, Zara und ein Starbucks nach dem anderen. Neben Zara gibt es hier als spanische Spezialität die “El Corte Ingles” Läden, die man mit Manor oder Karstadt vergleichen kann. Hier kann man sich schon mal länger drin aufhalten und sogar am Schluss noch paar gute Lebensmittel kaufen.

Wir skippen den Starbucks heute und landen in einem super coolen Café namens Savoiardi. Dort gibt es nicht nur tolles Mittagessen sondern auch mega Kuchen à la Cheesecake Factory. Ausserdem ist die Atmosphäre dort super gemütlich. Die Kids können sich dort ausruhen, Mami kann Kuchen essen und Papi kann dank des schnellen WiFi-Netzes dort arbeiten. Perfekt! Den Ostermontag verbringen wir auch wieder hier, aber das wissen wir natürlich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht *g*, also psssst….

Ostern

Valencia ist bekannt für 300 Sonnentage im Jahr. So haben wir die ersten 1.5 Wochen bei schönstem Wetter geniessen können. Laut Klimakurve hat der April 4 Regentage im Schnitt. So auch dieses Jahr. Karfreitag, Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag, yipppiehhh. Die Statistik siegt und wir erleben hier nicht nur 4 Regentage, sondern laut Zeitungen auch den heftigsten Sturm seit 73 Jahren LOL

Hier bei uns in der Gegend hat es Palmen umgeknickt und Bäume rausgerissen, aus Eimern geschüttet und für ein kuscheliges Ambiente zuhause gesorgt. Wir sind samstags noch an den Strand, konnten aber von einer Strassenecke nicht weglaufen, da der Wind einen tatsächlich weggefegt hätte. Der Strandabschnitt war nun fast doppelt so gross, da er sich auf die Strasse ausgebreitet hat. Action pur, aber natürlich unschön für die Anwohner und ebenso unschön für die Festlichkeiten. Valencia hat ein paar tolle Ostertraditionen, Märsche, Festlichkeiten am Strand und im Hafen uvm.

Uns hat es nicht gestört, im Zentrum selbst hat man auch nicht viel von der Luft gemerkt, da die Häuser hoch sind und die Gassen eng. Wir waren Karfreitag zuhause und sind dann samstags wie gesagt wieder raus. Selbst der Osterhase war dann Sonntagmorgen auch pünktlich da und hat tolle Geschenke gebracht.

Fazit

Valencia ist eine absolut schöne Stadt. Wir haben noch lange nicht alles hier gesehen, aber sind total happy und auch die Kids kommen voll auf ihre Kosten. Unten startet die Bildergalerie, wo ihr euch ein paar Eindrücke holen könnt. Vielleicht ist es ja auch was für euren nächsten Urlaub.