Winterurlaub in Lappland (Dezember 2014)

Gerade erst aus den USA zurück, geht es für mich spontan nach Schweden, genauer gesagt in den hohen Norden, nämlich nach Lappland oder besser gesagt Schwedisch-Lappland. Ich wollte immer schon mal so weit nördlich und verbringen somit also auch endlich mal einen Winterurlaub in Lappland.

Von Zürich aus starte ich in Richtung Kiruna, mit einem kleinen Zwischenstopp in Stockholm. Einen Direktflug nach Kiruna scheint es von der Schweiz aus nicht zu geben. Swiss und SAS bringen mich aber sicher an mein Ziel. Bepackt mit meinem neuen Kindle Voyage und einigen tollen schwedischen Krimis, soll dies ein wahrer Relaxurlaub werden. Und wie sich herausstellt, wird es das auch, im Wechsel mit dem ein oder anderen Abenteuer 🙂

Kiruna – Die nördlichste Stadt Schwedens

In Kiruna angekommen mache ich mich auf den Weg zu meinem B&B. Ich habe mich für ein kleines, herziges Hotel entschieden, etwas ausserhalb des Zentrums. Von hier aus erkunde ich die Stadt und besuche unter anderem die Eisenerzmiene (LKAB). Sehr schön anzuschauen ist auch die alte Sami Kirche inmitten der Stadt. Da wir 2015 wieder in Kiruna waren, gibt es hier einen neueren Beitrag, nämlich von unserer Scandinavia Tour, mit mehr Infos =)

Es ist schön winterlich kalt, dunkel und weiss draussen. Da man uns in Island erzählt hat, dass man Polarlichter nur in absoluter Dunkelheit beobachten kann, laufe ich die ersten 3 Abende noch weiter aus der Stadt raus. Ich befinde mich nach einem Fussmarsch von ca. 40 Minuten auf dem Land, direkt hinter Kiruna. Hier stelle ich meine Kamera auf und warte….und warte….und warte….und warte….und warte….und nix ist zu sehen. Nur schwarzer Himmel, der Mond und ein paar Schneeflocken zwischendrin. So wird das nichts mit Polarlichter beobachten. Wie sich später herausstellt, hätte man die Polarlichter sogar in der Innenstadt bei Licht sehen können. Es gab einfach keine Aktivität zu der Zeit am Himmel. Aber dazu später mehr.

Jukkasjärvi und das Ice Hotel

Enttäuscht, dass ich keine Polarlichter gesehen habe, aber total begeistert von Kiruna und der Umgebung, mach ich mich auf den Weg nach Björkliden. Hier habe ich mich in einer Jugendherberge eingemietet. Die nächsten 8 Tage verbringe ich dort. Auf dem Weg dorthin, fahre ich einen kleinen Schlenker und halte in Jukkasjärvi. Dort befindet sich das Ice Hotel, das jedes Jahr neu aufgebaut wird. Ich nehme an einer Führung teil und lasse mir alles genau erklären. Fantastisch, wie das Eis hergestellt wird und das Hotel von etlichen verschiedenen Architekten und Designern aus der ganzen Welt geplant und gebaut wird.

Aber nun geht es weiter nach Björkliden, das ca. 1.5 Stunden und 120 km entfernt liegt. Es ist absolut cool auf der schneebedeckten Autobahn mit Spikes zu fahren yihhaaaa *g*

Björkliden und Abisko

Diese beiden Orte sind das Outdoor Mekka von Schweden’s Norden. Es gibt nichts, das man hier nicht tun könnte. Aber zunächst, suche ich mal die Jugendherberge. Es ist bereits 16 Uhr und natürlich stockdunkel im Dezember zu dieser Uhrzeit. Laut Navi bin ich schon zweimal an der Jugendherberge vorbeigefahren. Und in der Tat, etwas zurückgesetzt finde ich sie dann auch. Warum hier alles verschlossen und dunkel ist, erfahre ich nach einem Anruf beim Betreiber. Ich sei der einzige Gast hier und hätte das ganze Gelände für mich alleine. Uhhh…so war das nicht geplant. Da es nicht mal eine Rezeption gibt, entscheide ich mich, in das einzige Hotel in Björkliden zu wechseln. Im Hotel Fjället bekomme ich ein Einzelzimmer mit üppigem Frühstücksbuffet für die nächsten 8 Tage. Das fühlt sich alles viel besser an, als die dunkle und kalte Jugendherberge.

Ruhe finde ich hier dennoch, da es auch im Hotel nicht mehr als eine Handvoll Gäste hat. Ich verbringen die nächsten Tag mit entspannen, lesen und nichtstun. So zumindest der Plan. Am zweiten Tag machte ich mich dann auf nach Norwegen und schaute mir Narvik an, das direkt am Meer liegt. Hier gibt es nicht allzuviel zu sehen, ausserdem ist es hier eher grau und nass, statt dunkel und weiss. Daher fahre ich zurück und buche eine Schlittenhundetour für den nächsten Tag.

Das ist ein absolutes Highlight meiner Tour gewesen. Ich wurde morgens am Hotel abgeholt und zu der “Hundefarm” gebracht 🙂 Dort durften wir zunächst die Tiere bei Laune halten und anschliessend vor unseren Schlitten spannen. Die Hunde sind ganz schön nervös. Die darf man auch auf keinen Fall loslassen, da sie sonst den anderen Hunden hinterherrennen, z.B. jenen Hunden, die die Mehrtagestouren laufen. Das wäre also äusserst ungünstig.

Schlittenhundetour in Lappland

Die Tour selbst war der Hammer. Es geht ganz schön holprig durch den Abisko Nationalpark. Nach ca. einer Stunde halten wir an einem herzigen Tipi Zelt an und machen Feuer. Wir trinken Tee und essen eine Kleinigkeit. Dabei erzähle ich dem indischen Pärchen, das dabei ist, dass wir in der Schweiz auf einen Indian Summer haben. Sie haben das aber irgendwie falsch verstanden und immer was von schwül und heiss geredet. Anyway, die Hunde brachten uns wieder gut zurück zur Farm und ich wurde wieder zurück an mein Hotel gebracht. Dort verbrachte ich dann tatsächlich den Nachmittag mit Lesen am Feuer. Sehr romantisch 😉

Nordlichter, Polarlichter, Aurora Borealis

Nach ca. unzähligen Nächten, die ich mit meiner Kamera bei -20 Grad draussen gestanden bin, bekam ich nun endlich die Gelegenheit Nordlichter zu sehen. In Abisko gibt es eine Aurora Sky Station, die Absiko Aurora Sky Station heisst 🙂 Dort kann man für schlappe 30 EUR mit einem Sessellift hochfahren und die Aurora Borealis betrachten. Da die Aktivität für die nächsten Tage recht hoch gemeldet ist, zahle ich das Geld und lasse mich den Berg hochbringen. Neben mir sitzt ein Asiate und erzählt mir, dass er unglaubliche Angst auf dem Lift hat. JACKPOT!!

Es ist ars……kalt hier oben. Vorab schon bekam ich den Hinweis nicht vorher zu duschen oder eine Sauna zu besuchen. Ausserdem keine Feuchtigkeitscremes mit Wasser ins Gesicht, da sonst Frostbeulen. Alles befolgt, friere ich mir dennoch alles ab dort oben. Das Problem war nicht die Kälte, sondern die peitschende Luft und dadurch dann erst die Kälte 😉

Gott sei Dank gibt es ein Restaurant hier oben. Es gibt Kekse und wieder Tee und Kaffee. Yummy. Aber man wird später auch belohnt. Der Himmel öffnet sich leicht und man hat freien Blick auf die Nordlichter.

Einen Tag später allerdings ist die Sicht noch viel besser. Ich laufe die Skipiste in Björkliden hoch und verbringe den Abend an einem kleinen Platz, wo man wirklich eine gute Sicht hat. Und es ist fantastisch, wenn der Himmel grün und violett und sogar ein wenig rot leuchtet, was eher selten der Fall ist. Ich geniesse meine ersten wirklich intensiven Nordlichter (siehe Galerie unten). Glücklicherweise gibt es auch hier oben eine kleine Hütte, die sogar beheizt ist. Es ist niemand hier und ich kann mich ausbreiten und gemütlich zu Abend essen.

Abreise und Fazit

Nach 10 Tagen geht es zurück nach Kiruna und auf dem Weg dorthin, besichtige ich noch ein kleines Samidorf. Für mich geht die Zeit in meinen Urlauben eher meist langsam rum. Vor allem, wenn viel unternommen wird. Aber hier oben im Norden, ist die Zeit wirklich sehr langsam rumgegangen. Es war absolut schön, entspannend, aber auch abenteuerlich. Man kann wirklich schöne Ferien in Lappland verbringen, vor allem wenn man die Natur liebt.